Mykotourismus in Kastilien und León: Pilze, Wälder und Genuss mit Identität

Regulierte Sammelgebiete, Themenwege, spezialisierte Zentren und mykologische Gastronomie laden zu saisonalen Reisen ein

Kastilien und León hat die Mykologie zu einem touristischen Erlebnis mit grosser Anziehungskraft entwickelt, bei dem der Wald auf neue Weise entdeckt wird, die Gastronomie an Raffinesse gewinnt und der ländliche Raum neue Möglichkeiten findet, seine Identität sichtbar zu machen. Zwischen regulierten Sammelgebieten, ausgeschilderten Themenwegen, spezialisierten Zentren und einzigartigen Naturräumen lädt der Mykotourismus dazu ein, entschleunigt zu reisen, den Wert der Pilze neu zu entdecken und eine kulinarische Kultur zu geniessen, die eng mit der Landschaft verbunden ist. Von den Hochgebirgen bis zu den Flussebenen verfügt die Autonome Gemeinschaft über eine aussergewöhnliche Vielfalt an Ökosystemen, die ihren mykologischen Reichtum erklären. Steineichen-, Eichen-, Galleichen- und Korkeichenwälder, Kiefernforste, Pappel- und Birkenbestände, Auenwälder sowie Wiesen bilden ein natürliches Mosaik, in dem jedes Jahr mehr als 1'500 Pilzarten wachsen, von denen viele essbar sind. In dieser vielfältigen Landschaft besitzen Arten wie Boletus edulis, Lactarius deliciosus oder Amanita caesarea einen hohen ökologischen, kulinarischen und kulturellen Wert. Die Provinz Salamanca bietet eine der umfassendsten Regionen für den Mykotourismus. Der Mykologische Park Sierras de Francia, Béjar, Quilamas und El Rebollar erstreckt sich über 57'804,97 Hektaren und umfasst 44 Gemeinden. Täler, Berglandschaften und Wälder treffen hier aufeinander, wo mediterrane und atlantische Einflüsse miteinander verschmelzen. Ein Netz aus fünf Themenrouten ermöglicht es, dieses Gebiet auf abwechslungsreiche Weise zu entdecken und seine Natur- und Kulturlandschaft besser kennenzulernen. Dazu gehört der Rundweg Tamames–Aldeanueva de la Sierra mit einer Länge von 13,8 Kilometern, mittlerem Schwierigkeitsgrad und einer Gehzeit von rund vier Stunden. Er führt durch Steineichen-, Galleichen- und Eichenwälder und vermittelt Wissenswertes über Geschichte, Legenden, traditionelle Handwerksberufe sowie die lokale Flora und Fauna. Auch die Provinz Soria – mit Ausläufern bis in die Provinz Burgos – zählt zu den bedeutendsten Destinationen des Mykotourismus. Der Mykolvogische Park Montes de Soria umfasst 127'909 Hektaren, die sich auf 84 Waldbesitzer sowie 64 Gemeinden in der Provinz Soria und zwei Gemeinden in Burgos verteilen. Die ausgedehnten Kiefernwälder mit Pinus pinaster und Pinus sylvestris bieten ideale Bedingungen für das Wachstum von Pfifferlingen und Steinpilzen. Spezielle Einrichtungen wie El Amogable und Muriel Viejo fördern Forschung, Weiterbildung und Wissensvermittlung. Ergänzt wird dieses Angebot durch ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Ausstellungen, Vorträgen, Workshops, Messen, Tapas-Tagen, Pilzmenüs sowie renommierten gastronomischen Veranstaltungen wie Soria Gastronómica und Cocinando con Trufa.

Die Provinz Zamora bietet mit dem Mykologischen Park Montes del Noroeste Zamorano eine weitere herausragende Destination. Auf einer Fläche von 21'326,02 Hektaren wachsen mehr als 800 Pilzarten, darunter Steinpilze, Reizker, Roquiles, Carrileiras, Pfifferlinge und Totentrompeten. Kiefernwälder, Eichenbestände und weitere geschützte Naturräume sowie weite Teile des Biosphärenreservats Meseta Ibérica und des Natura-2000-Netzwerks bilden den ökologisch hochwertigen Rahmen für das Sammeln von Pilzen. Ergänzt wird dieses Angebot durch Besucher- und Informationszentren, Lehr- und Ausbildungsangebote, geführte Exkursionen sowie Themenrouten, auf denen vermittelt wird, wie Pilzarten bestimmt, zubereitet und verantwortungsvoll gesammelt werden. Mykotourismus in Kastilien und León bedeutet weit mehr, als nur Pilze zu sammeln: Er lädt dazu ein, den Wald zu verstehen, ihn bewusst zu erleben und zu bewahren. Seinen Höhepunkt erreicht er im Herbst, doch dank der grossen landschaftlichen Vielfalt der Region lässt sich die faszinierende Welt der Pilze das ganze Jahr über entdecken. Lage Castilla y León liegt im nordwestlichen Landesinneren Spaniens, auf dem Nordmeseta und grenzt an Portugal. Die Region ist über die Autobahnen A-1, A-6, A-62 und A-66 gut erreichbar. Bahnverbindungen bestehen unter anderem über die Bahnhöfe Valladolid, León, Segovia, Burgos, Salamanca und Zamora. Hinzu kommen die Flughäfen von Valladolid, León, Burgos und Salamanca sowie die nahe gelegenen Seehäfen Santander, Gijón und Bilbao.