Zehn Dörfer, zehn Altarbilder: eine Reise durch die Renaissance im Osten der Provinz León
Die Route verbindet Kunst des 16. Jahrhunderts, kleine Kirchen und die einzigartige Landschaft von Castilla y León
Die Route der Renaissance-Altarbilder im Osten von León verbindet zehn kleine Ortschaften mit zahlreichen Kirchen auf einer Strecke von etwas mehr als 75 Kilometern zwischen der weiten Landschaft der Provinzen Palencia, Valladolid, Zamora y León und dem Kantabrischen Gebirge. Jede Kirche öffnet ein Fenster zur Kunst des 16. Jahrhunderts mit Altarbildern, die den Reichtum der Bildhauerei und Malerei mit der Sakralarchitektur verschmelzen lassen. Wer dieser Route folgt, taucht in ein Kulturerbe ein, in der die Renaissance zu einem Teil der ländlichen Identität wurde. Und die Altarbilder Ausdruck einer Blütezeit. Im 16. Jahrhundert ermöglichte der Wollhandel mit Flandern ländlichen Gemeinden, in religiöse Kunst zu investieren – als Ausdruck von Glauben, Macht und lokalem Stolz. Die Nähe zum Dominikaner-Kloster Trianos, einem Zentrum der Kunst, begünstigte zudem die Ansiedlung von Bildhauern und Malern. Fünf Jahrhunderte später sind die Altarbilder noch lebendig. Ein Großteil der Werke steht in Verbindung mit der sogenannten „Escuela Juniana Leonesa“ (der Schule des franco-spanischen Bildhauers Juan de Juni). Flämische und italienische Einflüsse sind in religiösen Szenen erkennbar, die zeigen, wie die Stilmittel der Renaissance auch die kleinen Ortschaften im Osten der Provinz León erreichten. Die etwas mehr als 75 Kilometer lange Strecke verbindet Vallecillo, Gordaliza del Pino, Sahagún, Joara, Celada de Cea, Valdescapa de Cea, Villaselán, Valdavida, Cistierna und Yugueros. Jede Kirche in den genannte Orten ist einzigartig. In Valdescapa de Cea ist ein Hauptaltar aus der Mitte des 16. Jahrhunderts erhalten, der Juan de Angers und Guillén Doncel, Anhängern von Juan de Juni, zugeschrieben wird und Gemälde mit flämischen und italienischen Einflüssen aufweist. Im Ort Vallecillo vereint der um 1560 entstandene Altar des Apostels Petrus Reliefs, Skulpturen und Gemälde auf Holztafeln.
Im kleinen Ort Sahagún überlagern sich die Epochen: der Passionsaltar vereint Renaissance-Flachreliefs aus dem heute nicht mehr existierenden Kloster Santa María de Trianos in einem barocken Altarbild aus dem 18. Jahrhundert. Die Kirche San Andrés in dem Ort Joara bewahrt ein außergewöhnliches Ensemble der ländlichen Sakralkunst der Provinz, das sich durch seine stilistische Einheit auszeichnet und dessen ursprüngliche Elemente intakt geblieben sind, darunter Gemälde, die im Jahr 1541 beim Maler Cristóbal de Colmenares in Auftrag gegeben wurden. Die Route führt weiter über Celada de Cea, dessen Altar den Heiligen Justo und Pastor gewidmet ist. In Villaselán ziert der Altar die Hauptkapelle. In Valdavida entdeckt man ein kürzlich restauriertes Ensemble aus dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts. In Cistierna stammt der Altar aus der ehemaligen Kirche Santa Cruz de Valderas. In Yugueros entstand der Hauptaltar im Jahr 1553. Und Gordaliza del Pino rundet die Route mit einem der wertvollsten Kunstwerke der Kirche Nuestra Señora de Arbás ab. Die Route entstand im Jahr 2020 mit dem Ziel, weniger bekanntes Kulturerbe wiederzuentdecken, dessen Erhaltung zu fördern und es zu einem Motor für Kultur und Tourismus zu machen. Die Zusammenarbeit mit der Stiftung „Las Edades del Hombre“ („Zeitalter der Menschheit“) verschaffte der Route im Rahmen der 2021 in Sahagún stattfindenden Ausstellung größere Bekanntheit, während ihre anschließende Aufnahme in das Programm „Apertura de Monumentos“ („Denkmäler öffnen ihre Türen“) den Zugang der Öffentlichkeit zu den Kirchen erweiterte. In einem Gebiet mit besonders geringer Bevölkerungsdichte hat dieses Projekt eine besondere Bedeutung. Schauspielerische Darstellungen, Broschüren, Festivals und lokale Ausstellungen sind da wesentlich, um Besucher anzulocken. Die „Route der Renaissance-Altarbilder im Osten von León“ gibt den Besuchern die Möglichkeit, Dörfer, Kirchen und Kulturerbe zu erkunden. Und das ganz gemächlich und entspannt.
Lage
Die Provinz León liegt im Nordwesten Spaniens, in der Region Kastilien und León. Die wichtigsten Verkehrsverbindungen sind die Autobahnen A–6, A–66/AP–66, A–231 und AP–71. In der Stadt León gibt es einen Bahnhof mit Hochgeschwindigkeits-, Fern- und Mittelstreckenverbindungen sowie den Flughafen León, der sechs Kilometer von der Hauptstadt entfernt liegt.
-
Spanisches Fremdenverkehrsamt in Wien
-
+43 1 512 95 80 10
- viena@tourspain.es