Sterntourismus im (España Verde) „Grünen Spanien“: Regionen, in denen man den Nachthimmel entdecken kann
Wälder, Berggipfel, ländliche Gemeinden und das offene Meer prägen die Vielfalt an Orten zur Sternenbeobachtung im Norden Spaniens.
Bei Einbruch der Dunkelheit lädt „España Verde “ dazu ein, die Natur aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten: in Richtung Himmel. Fernab von Lichtverschmutzung treten die Sternbilder und die Milchstraße über Landschaften, die sich von den Bergen bis zum Meer erstrecken, in den Vordergrund. Die astronomische Beobachtung lässt sich mit Wander- oder Radtouren sowie Besichtigungen des ländlichen Kulturerbes verbinden. Wenn es dunkel wird, verlängern Nachtfotografie und Ausflüge aufs Meer das Erlebnis, während populärwissenschaftliche Angebote dabei helfen, zu verstehen, was über unseren Köpfen leuchtet. Álava im Baskenland bietet besonders geeignete Orte, um Natur und astronomische Beobachtungen zu verbinden. Der Naturpark Izki in der Montaña Alavesa vereint Wälder, Wiesen und andere, von Natur umgebene Orte, an denen man dank der fast nicht vorhandenen Lichtverschmutzung Sternbilder erkennen, Satelliten verfolgen und Sternschnuppen beobachten kann. Die Sternwarte Behatokizki in Korres bietet ein Bildungsangebot mit Sonnenbeobachtungen, nächtlichen Veranstaltungen, Fotoausstellungen und Aktivitäten rund um Planeten und Finsternisse. Das Erlebnis setzt sich im Naturapark Valderejo fort, wo die Milchstraße besonders deutlich zu sehen ist, sowie auf dem Grünen Weg der baskich-navarrisch Eisenbahn, der es ermöglicht, Radtouren oder Tageswanderungen mit einem nächtlichen Aufenthalt unter dem Sternenhimmel zu verbinden. Der Botanische Garten von Santa Catalina vereint Geschichte, Botanik und Astronomie an einem Ort, der von der Starlight-Stiftung als Parque Estelar , „Sternenpark“ zertifiziert wurde. In Vizcaya lenkt Ocean World, das über eine Starlight-Zertifizierung verfügt, den Blick auf die Küste mit Erlebnissen, die Meer, nächtliche Beobachtungen und wissenschaftliche Vermittlung miteinander verbinden. In Kantabrien findet der Astrotourismus in den Prados de Áliva, zwischen dem Zentral- und dem Ostmassiv der Picos de Europa, eine seiner eindrucksvollsten Landschaften. Auf 1.600 Metern Höhe und nahezu ohne künstliche Beleuchtung in der Nähe bietet die Umgebung günstige Bedingungen für die Beobachtung des tiefen Himmels und für Langzeitbelichtungen. Schon die Anreise ist Teil des Erlebnisses: Von Fuente Dé aus überwindet die Seilbahn in knapp vier Minuten einen Höhenunterschied von 753 Metern. In den wärmeren Monaten dient das Hotel Áliva als Ausgangspunkt für Fotoworkshops, geführte Touren und nächtliche Beobachtungstage. Derzeit ist es wegen Renovierungsarbeiten geschlossen; die Wiedereröffnung ist für den Sommer des kommenden Jahres geplant. Der Naturpark Saja-Besaya, Liébana, die Picos de Europa und die Westküste erweitern die kantabrische Landkarte um Enklaven, in denen die Dunkelheit es ermöglicht, Phänomene wie die Perseiden zu genießen. Galicien verleiht dem Sternentourismus eine einzigartige Dimension, da es die Beobachtung von der Küste oder von einem Boot aus ermöglicht. Der nach Westen orientierte Horizont sowie die Gelegenheit, sich von der Lichtverschmutzung an der Küste zu distanzieren, schaffen in der Ensenada de Barra und der Umgebung von Cabo Home, gegenüber dem Meeres- und Landnationalpark der Atlantischen Inseln, ein Erlebnis, das durch Stille, die Bewegung des Wassers und die Weite des Himmels charakterisiert wird.

Ausflüge von den Seehäfen Vigo oder Cangas ermöglichen die Suche nach Bereichen mit geringer Lichtverschmutzung am Meer, in denen die Beobachtung zu einem rundum sinnlichen Erlebnis wird. Tagsüber runden Strände wie Melide oder Barra die Reise ab. Galicien verfügt zudem über Angebote im Zusammenhang mit dem Starlight-Tourismus, darunter Beobachtungsorte, Aktivitäten und Hotels, die die Möglichkeiten zur Erkundung des Nachthimmels erweitern. Asturien verfügt mit Allande über eine Vorzeige-Region, die als erster „Starlight-Gemeindeverband“ Spaniens anerkannt ist. Das Mittelgebirgsrelief und die geringe städtische Bebauung schaffen günstige Bedingungen, um die Milchstraße, die Planeten und Sternhaufen von erhöhten Aussichtspunkten wie dem Mirador de Ribón, Bustantigo oder dem puerto del Palo aus zu betrachten. Workshops, nächtliche Touren und Veranstaltungen wie „Allande Stars“ bringen dem Reisenden die Astronomie näher, während der Aufenthalt durch Besuche in kleinen Dörfern, die Besichtigung traditioneller Architektur, den Palacio de Cienfuegos oder das Castro von San Chuis abgerundet werden kann, das als attraktiver Ort für die Astrofotografie gilt. Im „Grünen Spanien“ erhält die Nacht ihren ganz eigenen Charakter, denn jede Region bietet eine andere Art, den Blick nach oben zu richten – sei es von einem Wald in Álava, einer Hochgebirgswiese, einer asturischen Landgemeinde oder einem Dach mit Blick auf den Atlantik aus.
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