Nachhaltiger Tourismus in Asturien, Kantabrien und Navarra

Natur, Gemeinschaft und Produkte bilden die Grundlage für ein bewusstes Angebot im Norden

Die autonomen Regionen Asturien, Kantabrien und Navarra definieren den verantwortungsvollen Tourismus neu mit einer Kombination aus Umweltschutz, lokale Identität und sorgfältig konzipierten Erlebnissen. Hier ist der Besucher nicht mehr nur ein flüchtiger Beobachter. Sensibilisierungskampagnen, nachhaltige Initiativen, technologische Projekte, Ökotourismus-Routen und regenerative Konzepte weisen einen Weg, der dazu einlädt, langsam zu reisen, das Authentische zu bewahren und in jeder Region einen Mehrwert zu schaffen.  In der Region Asturien beschreibt die Kampagne „#RespeTurismo“ (übersetzt „respektvoller Tourismus“) eine bestimmte Haltung derjenigen, die planen, zuhören, sich anpassen und Reisen als eine Beziehung der Gegenseitigkeit verstehen. Ihr Zehn-Punkte-Plan macht Werte wie Engagement, Nachhaltigkeit, Empathie, Neugierde, Verantwortung und eine positive Haltung zu einem Leitfaden, um eine Region kennenzulernen, die authentisch ist und eine enge Verbindung zu Landschaften, Bräuchen und zur Gemeinschaft hat.  Das Konzept wird anhand von Bildern und audiovisuellen Beiträgen vorgestellt, die über bekannte touristische Wahrzeichen hinausgehen, um weniger bekannte Ecken zu zeigen und zu einer ausgewogeneren Verteilung der Besucherströme und der Einnahmen durch den Tourismus beizutragen. Beispielgebend dafür ist der Masterplan für die Nutzung und Bewirtschaftung des asturischen Teils des Nationalparks „Picos de Europa“, der die Erhaltung, die öffentliche Nutzung und die nachhaltige ländliche Entwicklung regelt, wobei der Schwerpunkt auf extensiver Viehzucht, lokalen Erzeugnissen, Sicherheit in den Bergen und einem qualitativ hochwertigen Tourismus liegt.  Kantabrien beschreitet einen ergänzenden Weg und verbindet verschiedene Projekte, die Natur, Mobilität, Barrierefreiheit, Technologie und das lokale Gefüge miteinander verknüpfen. Das Ökotourismus-Reservat „España Verde“ umfasst kantabrische Schutzgebiete und bietet Vogelbeobachtungen, geführte Touren, Imkertourismus, Aktivtourismus, Gastronomie und Einblicke in die Region – alles im Rahmen eines Konzepts, das darauf abzielt, die Saisonabhängigkeit zu verringern, den ländlichen Raum zu beleben und zu einem entspannteren Aufenthalt beizutragen. Das Ökotourismus-Reservat „España Verde“ © Green Spain  In Liébana (Kantabrien) ermöglicht die Verlängerung des Plans für nachhaltigen Tourismus die Fortsetzung von Investitionen in Bereichen wie Kulturerbe, Beschilderung, Verringerung der Umweltbelastung, E-Bike-Tourismus und verschiedene Angebote wie „Liébana Slow Tourism“. Der Landkreis „Alto Asón“ profitiert vom Netz an Naturpfaden und Flussrouten sowie von der Marke „Ecos del Asón“ ein Modell, das regionale Küche, lokale Produkte und die lokale Wirtschaft miteinander verbindet.  Die Region Navarra konzentriert sich auf die Auswirkungen, die jede Reise hinterlässt. Das Projekt „Huella Positiva“ (Positiver Fußabdruck) macht regenerativen Tourismus zu einem Erlebnis und lädt Besucher dazu ein, an 14 Aktivitäten teilzunehmen, die das Kulturerbe wiederherstellen, die Artenvielfalt schützen, Wanderwege sanieren, ländliche Gemeinden unterstützen oder Schutzgebiete für Vögel und Schmetterlinge schaffen. Das Ziel ist es, dass dieser Besuch einen greifbaren Beitrag für die Region leistet. 

“Positiver Fußabdruck” in Navarra
“Positiver Fußabdruck” in Navarra © Turismo de Navarra | Francis Vaquero

Zu dieser Vision gesellt sich die Initiative „Del Campo a la Mesa“ („vom Feld auf den Tisch“), die 60 Erzeuger mit 50 Gastronomiebetrieben vernetzt, damit die Erzeugnisse aus dem Gemüsegarten, den Wäldern und der lokalen Viehzucht vertrieben werden und deren Herkunft, die Menschen dahinter und die Geschichten hinter jedem Produkt greifbar werden.   An allen drei Reisezielen wird Nachhaltigkeit zur Praxis, zum Produkt und zum Erlebnis. Der Norden lädt dazu ein, bewusster und intensiver zu reisen, um zu entdecken, zu genießen, zu lernen und dazu beizutragen, dass jede Region ihren Charakter bewahrt.